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Starfield

Starfield

PlattformPCErschienen06.09.2023Metascore83Auch fürPlayStation 5Xbox Series X

Reviews

Pat · 03.10.2023
★★★½70/100

Starfield im Test: Bethesdas kosmisches Rollenspiel zwischen Ehrfurcht und Enttäuschung

Ein typisches Bethesda-Spiel – diesmal im Weltraum, aber mit altbekannten Problemen.

Mit Starfield schickt Bethesda seine Spieler in die Weiten des Alls und verspricht ein episches Rollenspiel-Erlebnis. Doch hinter der schillernden Fassade verbergen sich vertraute Schwächen: leere Welten, veraltete Technik und eine Ambivalenz, die nicht immer überzeugt. Lohnt sich der Trip zu den Sternen?

Starfield ist ein Spiel der Gegensätze. Auf der einen Seite entführt es den Spieler in eine faszinierende, weitläufige Sci-Fi-Welt, die mit viel Liebe zum Detail und einer packenden Story aufwartet. Auf der anderen Seite offenbart es die technischen und konzeptionellen Schwächen, die Bethesda-Spiele seit Jahren begleiten. Wer bereit ist, über die hölzernen Animationen und die oft leeren Planeten hinwegzusehen, wird mit einem typischen, aber durchaus fesselnden Rollenspiel belohnt – wer jedoch mehr erwartet,

Starfield ist das erste neue Universum von Bethesda seit über 25 Jahren, und das merkt man dem Spiel an. Es fühlt sich an wie eine Mischung aus The Elder Scrolls und Fallout, nur eben im Weltraum. Die Weite des Kosmos wird eindrucksvoll inszeniert, und die ersten Stunden des Spiels sind geprägt von Neugier und Ehrfurcht. Doch je länger man sich in den Weiten des Alls bewegt, desto deutlicher werden die Risse in der Fassade.

Eine Welt zwischen Faszination und Leere

Die Stärke von Starfield liegt in seiner Atmosphäre. Die Planeten, die man besucht, sind oft wunderschön inszeniert – sei es eine schneebedeckte Eiswelt oder eine von Neonlichtern durchflutete Metropole. Die Locations sind mit einer Liebe zum Detail gestaltet, die man von Bethesda kennt, und die Charaktere, denen man begegnet, sind vielseitig und oft überraschend humorvoll. Doch zwischen diesen Highlights erstrecken sich weite, leere Flächen. Viele Planeten wirken wie öde Wüsten, und die Tempel und Ruinen, die man dort findet, sind oft langweilig und repetitiv. Die Ambivalenz zwischen Schönheit und Leere sollte wohl Teil des Designs sein – gelungen ist dieser Spagat jedoch nicht immer.

Technik, die hinter den Erwartungen zurückbleibt

Ein großes Problem von Starfield ist die Technik. Bethesda setzt nach wie vor auf die Creation Engine, die bereits bei Skyrim und Fallout 4 zum Einsatz kam. Die Folgen sind offensichtlich: hölzerne Animationen, veraltete Grafik und eine Performance, die nicht immer überzeugt. Todd Howard, der kreative Kopf hinter dem Spiel, hatte vor dem Release große Versprechungen gemacht – doch Starfield fühlt sich oft wie ein Spiel an, das hinter diesen Versprechungen zurückbleibt. Die Welten sind groß, aber nicht immer lebendig, und die technischen Mängel fallen besonders in den Städten und belebteren Bereichen auf.

Gameplay: Altbekannt, aber solide

Das Gameplay von Starfield ist typisch Bethesda: eine Mischung aus Erkundung, Kampf und Rollenspiel-Elementen. Die Kämpfe sind actionlastig und fühlen sich oft wie ein Shooter mit Rollenspiel-Elementen an. Die Charakterentwicklung ist tiefgründig, und die Möglichkeit, sein Raumschiff und seine Crew zu gestalten, verleiht dem Spiel eine zusätzliche Ebene. Dennoch fehlt es an Innovation. Wer bereits Fallout 4 oder Skyrim gespielt hat, wird viele Mechaniken wiedererkennen – und sich vielleicht fragen, warum Bethesda nicht mehr gewagt hat.

Story und Charaktere: Ein Lichtblick

Die Story von Starfield ist einer der Höhepunkte des Spiels. Sie ist packend erzählt, mit interessanten Wendungen und einer Vielzahl an Nebenquests, die oft überraschend tiefgründig sind. Die Charaktere, denen man begegnet, sind vielseitig und gut geschrieben – von humorvollen Begleitern bis hin zu moralisch ambivalenten Antagonisten. Besonders die Dialoge glänzen durch ihre Natürlichkeit und ihren Witz. Wer sich auf die Geschichte einlässt, wird belohnt.

Fazit: Ein ambivalentes Erlebnis

Starfield ist ein Spiel, das polarisiert. Wer ein klassisches Bethesda-Rollenspiel sucht, wird hier fündig – mit all seinen Stärken und Schwächen. Die Weite des Alls, die packende Story und die vielseitigen Charaktere machen das Spiel zu einem lohnenswerten Erlebnis. Doch die technischen Mängel, die leeren Welten und die fehlende Innovation können abschreckend wirken. Wer bereit ist, über diese Schwächen hinwegzusehen, wird mit einem unterhaltsamen, wenn auch nicht perfekten Spiel belohnt. Wer jedoch mehr erwartet, könnte enttäuscht werden.

Am Ende bleibt Starfield ein Spiel, das seine Ambitionen nicht immer einlösen kann – aber dennoch genug zu bieten hat, um Fans des Genres zu begeistern. Wer bereit ist, sich auf die Reise einzulassen, wird mit Momenten der Ehrfurcht, des Humors und der Einsamkeit belohnt. Doch wer ein revolutionäres Sci-Fi-Erlebnis erwartet, sollte seine Erwartungen dämpfen.