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Death Stranding: Director's Cut

Death Stranding: Director's Cut

PlattformPlayStation 5Erschienen24. September 2021Metascore85Community100/100 (1 Review)Auch füriOS (iPhone/iPad)PCXbox Series X

Reviews

Pat · 14.6.2025
★★★★★100/100

Death Stranding: Director's Cut – Ein einzigartiges Meisterwerk von Hideo Kojima

Hideo Kojimas visionäres Werk erhält mit der Director's Cut eine würdige Überarbeitung und festigt seinen Status als eines der ungewöhnlichsten, aber faszinierendsten Spiele der letzten Jahre.

Mit atemberaubender Grafik, einem herausragenden Cast und einer tiefgründigen, wenn auch verworrenen Erzählung setzt Death Stranding: Director's Cut neue Maßstäbe – trotz einiger Schwächen im Gameplay und Pacing.

Hideo Kojimas Death Stranding: Director's Cut ist ein Spiel, das polarisiert – und genau das macht es so besonders. Ursprünglich 2019 für die PlayStation 4 erschienen, kehrt das Werk nun in einer überarbeiteten Fassung für die PlayStation 5 zurück, die nicht nur technische Verbesserungen mit sich bringt, sondern auch inhaltliche Ergänzungen. Das Ergebnis ist ein Spiel, das trotz seiner Eigenheiten und gelegentlichen Schwächen ein unvergessliches Erlebnis bietet.

Die Prämisse von Death Stranding ist so einzigartig wie befremdlich: In einer postapokalyptischen Welt, die von mysteriösen Wesen namens „Beached Things“ (BTs) heimgesucht wird, übernimmt der Spieler die Rolle von Sam Porter Bridges, einem „Repatriaten“ mit der Fähigkeit, Tote ins Leben zurückzuholen. Seine Aufgabe ist es, die zerfallenen Vereinigten Städte Amerikas wieder zu verbinden – durch das Liefern von Paketen. Auf den ersten Blick klingt das nach einem simplen Logistik-Simulator, doch das Spiel entpuppt sich schnell als weit mehr.

Die Stärke von Death Stranding liegt in seiner Atmosphäre und der Art und Weise, wie es das Gefühl der Einsamkeit und Isolation vermittelt. Die verlassene, von Zeitregen gezeichnete Landschaft wirkt bedrohlich und melancholisch zugleich. Die Grafik der Director's Cut, optimiert für die PlayStation 5, ist atemberaubend: Lichtreflexe, Wetterphänomene und die detaillierte Darstellung der Umgebung schaffen eine immersive Welt, die ihresgleichen sucht. Die Performance der Schauspieler – allen voran Norman Reedus als Sam und Mads Mikkelsen in einer rätselhaften Rolle – ist herausragend und verleiht den Charakteren eine Tiefe, die in Spielen selten zu finden ist.

Die Geschichte selbst ist typisch Kojima: verworren, symbolträchtig und voller philosophischer Untertöne. Themen wie Tod, Verbindung und die Bedeutung von Gemeinschaft werden auf eine Weise behandelt, die zum Nachdenken anregt. Allerdings leidet das Spiel unter einem erheblichen Pacing-Problem, insbesondere im dritten Akt. Was als spannende Erzählung beginnt, zieht sich hier unnötig in die Länge und droht, den Spieler zu ermüden. Die wiederholten Lieferaufgaben – oft unter Zeitdruck – wirken manchmal wie ein billiger DHL-Simulator und können auf Dauer frustrieren. Dennoch: Wer durchhält, wird belohnt. Das Finale ist packend und rundet das Erlebnis auf eine Weise ab, die viele der vorherigen Schwächen vergessen lässt.

Das Gameplay ist ein Balanceakt zwischen Innovation und Monotonie. Die Grundmechanik – das Transportieren von Gütern von A nach B – ist simpel, doch die Herausforderungen, die sich daraus ergeben, sind es nicht. Das Terrain ist unwegsam, das Wetter unberechenbar, und die BTs stellen eine ständige Bedrohung dar. Die Director's Cut führt neue Elemente ein, wie verbesserte Bewegungsmechaniken und zusätzliche Ausrüstungsgegenstände, die das Vorankommen erleichtern. Dennoch bleibt das Spiel in seiner Grundstruktur repetitiv. Der Multiplayer-Aspekt, bei dem Spieler die Spuren anderer in ihrer eigenen Welt sehen können (z. B. aufgestellte Leitern oder Brücken), ist jedoch ein genialer Einfall. Er schafft ein Gefühl der Verbundenheit in einer ansonsten einsamen Welt und unterstreicht das zentrale Thema des Spiels: die Bedeutung von Gemeinschaft.

Die Musik und der Sounddesign tragen maßgeblich zur Atmosphäre bei. Die Kompositionen von Ludvig Forssell sind mal melancholisch, mal bedrohlich und passen perfekt zur Stimmung des Spiels. Die Stimme von Troy Baker, der den Charakter Higgs verkörpert, ist ein weiteres Highlight. Allerdings wirkt der Soundtrack manchmal etwas zu aufdringlich und lenkt von der eigentlichen Spielhandlung ab.

Fazit: Death Stranding: Director's Cut ist ein Spiel, das man erlebt haben muss – nicht wegen seines Gameplays, sondern wegen seiner einzigartigen Welt, seiner tiefgründigen Erzählung und der Art und Weise, wie es Emotionen weckt. Es ist kein perfektes Spiel, aber ein wichtiges. Wer bereit ist, sich auf seine Eigenheiten einzulassen, wird mit einem unvergesslichen Erlebnis belohnt. Die Director's Cut macht das Original noch besser, ohne jedoch alle Schwächen ausmerzen zu können. Dennoch: Wer Hideo Kojima und seine Visionen schätzt, wird hier voll auf seine Kosten kommen.