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MARVEL Cosmic Invasion

MARVEL Cosmic Invasion

PlattformPlayStation 4Erschienen1. Dezember 2025Metascore81Auch fürNintendo Switch 2PCPlayStation 5Nintendo SwitchXbox OneXbox Series X

Reviews

Pat · 10.5.2026
★★★60/100

MARVEL Cosmic Invasion im Test: Pixel-Power mit Coop-Charme

Ein solides Couch-Coop-Erlebnis mit fetzigen Kämpfen, aber wenig Tiefe.

MARVEL Cosmic Invasion überzeugt als pixeliger Brawler für zwei Spieler, punktet mit abwechslungsreichen Charakteren und schnellen Kämpfen – scheitert aber an einer blassen Story und repetitiven Levels. Wer kurzweiligen Spaß sucht, wird fündig; wer mehr erwartet, bleibt enttäuscht.

Mit MARVEL Cosmic Invasion bringt Entwicklerstudio Retro Forge die Marvel-Helden in pixeliger Form auf die Xbox Series X. Das Spiel setzt auf klassisches Couch-Coop-Gameplay, fetzige Kämpfe und ein liebevoll gestaltetes Art-Design. Doch während die Mechaniken überzeugen, fehlt es an narrativer und atmosphärischer Substanz. Ein Titel, der seine Stärken klar benennt – und seine Grenzen ebenso deutlich zeigt.

Schon auf den ersten Blick fällt MARVEL Cosmic Invasion durch sein herausragendes Pixel-Art-Design auf. Die Charaktere – von Spider-Man über Captain Marvel bis zu weniger bekannten Figuren wie Nova oder Quasar – sind detailreich umgesetzt und strahlen einen nostalgischen Charme aus, der an 16-Bit-Klassiker erinnert. Jeder Held verfügt über individuelle Fähigkeiten, die das Gameplay spürbar beeinflussen: Während etwa Wolverine mit schnellen Nahkampfattacken glänzt, setzt Iron Man auf Distanzangriffe und taktische Schilde. Diese Vielfalt sorgt für abwechslungsreiche Dynamiken, besonders im kooperativen Modus, der das Herzstück des Spiels bildet.

Die Kämpfe selbst sind flüssig und reaktionsschnell, mit einer gelungenen Mischung aus leichten und schweren Angriffen, Ausweichmanövern und Spezialfähigkeiten. Besonders im Duo entfalten sich die Mechaniken, wenn Spieler ihre Kräfte kombinieren – etwa durch synchronisierte Combos oder gegenseitige Unterstützung bei Bosskämpfen. Die Steuerung ist intuitiv, und die Hitboxen sind präzise genug, um ein befriedigendes Kampferlebnis zu garantieren. Hier zeigt Retro Forge, dass es die Grundlagen eines guten Brawlers beherrscht.

Doch wo MARVEL Cosmic Invasion glänzt, hinkt es an anderer Stelle hinterher. Die Story ist kaum mehr als ein dünner Vorwand, um die Helden von einem Level zum nächsten zu schicken. Eine intergalaktische Bedrohung durch eine namenlose Alien-Invasion dient als Rahmenhandlung, doch weder die Motivation der Gegner noch die Entwicklung der Charaktere werden auch nur ansatzweise vertieft. Dialoge sind platt, und die wenigen Zwischensequenzen wirken lieblos zusammengeschustert. Wer auf eine packende Marvel-Erzählung hofft, wird enttäuscht sein – hier geht es ausschließlich um das Gameplay.

Ähnlich enttäuschend fällt das Level-Design aus. Die Umgebungen – ob futuristische Raumstationen, zerstörte Städte oder fremde Planeten – sind optisch ansprechend, aber in ihrer Struktur repetitiv und langweilig. Jedes Level folgt demselben Muster: Gegnerwellen bekämpfen, schwache Bosse besiegen, zum nächsten Abschnitt vorrücken. Es gibt kaum Rätsel, keine nennenswerten Interaktionen mit der Umgebung und keine echten Überraschungen. Selbst die Bosskämpfe, die eigentlich Höhepunkte sein sollten, verlieren schnell ihren Reiz, da sie sich auf simple Muster reduzieren. Die Progression ist ebenfalls simpel gehalten: Spieler sammeln Erfahrungspunkte, um Fähigkeiten freizuschalten, doch die Upgrades sind so marginal, dass sie kaum einen spielerischen Unterschied machen.

Die Atmosphäre leidet unter dieser Einfallslosigkeit. Während das Art-Design visuell überzeugt, fehlt es an einer stimmigen Inszenierung. Die Musik – eine Mischung aus synthetischen Beats und generischen Orchesterelementen – ist unauffällig bis nervig, und die Soundeffekte wirken oft zu leise oder zu aufdringlich. Selbst ikonische Marvel-Sounds wie Spider-Mans „Thwip“ oder Iron Mans Repulsor-Blasts verlieren ihren Charme, weil sie zu häufig und ohne Kontext eingesetzt werden. Die fehlende Synchronisation der Charaktere (alle Dialoge sind als Text eingeblendet) trägt zusätzlich dazu bei, dass das Spiel kalt und distanziert wirkt.

Mit einer Spielzeit von etwa sechs bis acht Stunden ist MARVEL Cosmic Invasion weder zu kurz noch zu lang – die Länge ist angemessen für ein Spiel, das sich als „Pick-up-and-Play“-Erlebnis versteht. Wer jedoch mehr als nur oberflächlichen Spaß sucht, wird schnell an die Grenzen des Titels stoßen. Es gibt keinen New-Game-Plus-Modus, keine versteckten Geheimnisse und kaum Anreize, die Levels mehrfach zu spielen. Selbst der lokale Mehrspielermodus beschränkt sich auf das reine Durchspielen der Kampagne; ein kompetitiver oder kooperativer Endgame-Content fehlt vollständig.

Fazit: MARVEL Cosmic Invasion ist ein gutes Coop-Spiel, das seine Stärken klar benennt – und seine Schwächen ebenso offen zur Schau stellt. Wer einen kurzweiligen, pixeligen Brawler für zwei Spieler sucht, wird hier fündig: Die Kämpfe machen Spaß, die Charaktere sind abwechslungsreich, und das Art-Design ist gelungen. Doch wer mehr erwartet – eine packende Story, innovative Level, eine mitreißende Atmosphäre –, wird enttäuscht sein. Das Spiel ist „okay bis gut“, aber nicht mehr. Es erfüllt seinen Zweck, ohne ihn zu übertreffen. Für Marvel-Fans, die bereit sind, über die Schwächen hinwegzusehen, bietet es ein paar unterhaltsame Stunden. Für alle anderen bleibt es ein solides, aber letztlich austauschbares Erlebnis.

Die 60 von 100 Punkten sind daher eine faire Bewertung: MARVEL Cosmic Invasion ist kein schlechtes Spiel, aber auch kein herausragendes. Es ist ein Titel, der seine Zielgruppe kennt – und sich bewusst dafür entscheidet, nicht mehr sein zu wollen als das.