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HOTEL BARCELONA

HOTEL BARCELONA

PlattformPCErschienen26. September 2025Metascore58Auch fürNintendo Switch 2PlayStation 5Nintendo SwitchXbox Series X

Reviews

Pat · 14.4.2026
★★35/100

Review: HOTEL BARCELONA – Stilvolles Desaster mit Charme

Ein optisch ansprechendes Rogue-like mit starken Charakteren, aber schwachem Gameplay und frustrierendem Progress.

HOTEL BARCELONA glänzt mit einem einzigartigen Art-Style und scharfzüngigen Dialogen, scheitert aber an grundlegenden Gameplay-Mechaniken. Lohnt sich der Aufenthalt?

Ein Hotel voller skurriler Gäste, schräger Dialoge und eines Art-Styles, der sofort ins Auge springt – HOTEL BARCELONA verspricht auf den ersten Blick ein ungewöhnliches Rogue-like-Erlebnis. Doch hinter der stilvollen Fassade verbirgt sich ein Spiel, das an seinen eigenen Ambitionen scheitert. Während die Charaktere und die Optik überzeugen, enttäuschen Gameplay, Progressionssystem und Atmosphäre auf ganzer Linie.

Auf den ersten Blick wirkt HOTEL BARCELONA wie ein gelungenes Experiment: Ein Rogue-like, das sich in ein surrealistisches Hotel verirrt hat, bevölkert von Charakteren, die kein Blatt vor den Mund nehmen. Die Dialoge sind scharf, oft absurd und manchmal sogar erfrischend frech. Doch während die Story und die Figuren durchaus unterhalten, offenbart das Spiel schnell seine größten Schwächen – und die liegen im Gameplay.

Als Rogue-like oder Rogue-lite lebt ein Spiel von Wiederholbarkeit, Fortschritt und einem befriedigenden Kernmechanik-Loop. HOTEL BARCELONA scheitert an allen drei Punkten. Das Grundprinzip ist simpel: Springen, zuschlagen, stärkere Schläge freischalten, Türen einschlagen und Bosse besiegen. Doch selbst diese Basics funktionieren nicht zuverlässig. Die Sprungmechanik fühlt sich unpräzise an, die Treffererkennung ist inkonsistent, und die Kämpfe wirken oft wie ein zäher, repetitiver Kraftakt. Besonders in einem 2D-Setting, in dem Präzision und Tempo entscheidend sind, fällt diese Schwäche besonders ins Gewicht.

Dazu kommt ein Progressionssystem, das sich anfühlt, als würde es den Spieler aktiv ausbremsen. Fortschritt ist langsam, Belohnungen sind rar, und selbst nach mehreren Stunden Spielzeit bleibt das Gefühl, kaum voranzukommen. Neue Mechaniken werden eingeführt, doch sie fügen dem Spiel keine Tiefe hinzu – sie wirken wie halbherzige Versuche, die Monotonie zu durchbrechen. Am Ende bleibt ein Loop, der sich nach wenigen Durchgängen erschöpft anfühlt.

Dabei hätte HOTEL BARCELONA so viel Potenzial gehabt. Die Charaktere sind tatsächlich ein Highlight: Jeder Gast im Hotel hat eine eigene, oft bizarre Persönlichkeit, und die Dialoge sprühen vor schwarzem Humor und unerwarteten Wendungen. Doch selbst hier gibt es einen Haken: Was auf den ersten Blick unterhaltsam wirkt, zieht sich mit der Zeit in die Länge. Manche Gespräche fühlen sich wie Kaugummi an – sie dehnen sich aus, ohne wirklich Substanz zu liefern. Die Atmosphäre des Hotels, die eigentlich mysteriös und einladend wirken sollte, leidet unter dieser Diskrepanz. Statt Spannung oder Neugierde löst das Spiel oft nur Ratlosigkeit aus.

Optisch ist HOTEL BARCELONA ein echter Hingucker. Der Art-Style ist einzigartig, mit kräftigen Farben und einer Mischung aus Retro-Ästhetik und modernem Design. Die Animationen sind flüssig, und die Charakterdesigns passen perfekt zur skurrilen Welt. Auch der Sound und die Musik sind solide, wenn auch nicht herausragend. Die Voice-Acting-Leistungen unterstreichen den Charakter der Figuren, und die Musikuntermalung schafft eine passende, wenn auch etwas generische Atmosphäre.

Doch am Ende zählt in einem Spiel vor allem eines: das Spielerlebnis. Und hier bleibt HOTEL BARCELONA weit hinter den Erwartungen zurück. Die Kombination aus schwachem Gameplay, frustrierendem Progress und einer Atmosphäre, die ihre Versprechen nicht einlöst, macht es schwer, das Spiel zu empfehlen. Wer bereit ist, über die technischen Mängel hinwegzusehen, wird vielleicht die Dialoge und den Art-Style genießen – doch für ein Rogue-like, das auf Wiederholung und Herausforderung setzt, ist das zu wenig.

Fazit: HOTEL BARCELONA ist ein Spiel mit viel Stil und interessanten Ideen, das jedoch an seinen eigenen Schwächen scheitert. Wer bereit ist, sich auf die skurrilen Charaktere und die optische Gestaltung einzulassen, mag hier und da Momente des Vergnügens finden. Doch als Rogue-like funktioniert es nicht – und das ist am Ende das größte Problem. Wer nach einem herausfordernden, befriedigenden Spielerlebnis sucht, sollte besser woanders einchecken.