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Replaced

Replaced

PlattformXbox Series XErschienen1. Januar 1970Community55/100 (1 Review)Auch fürPC

Reviews

Pat · 20.6.2026
★★★55/100

Replaced im Test: Ein visuell beeindruckendes, aber holpriges Erlebnis

Ein dystopischer Cyberpunk-Trip mit starken Bildern, aber schwachem Pacing und frustrierenden Gameplay-Elementen.

Replaced entführt Spieler in eine düstere, retro-futuristische Welt der 1970er, die durch ihren einzigartigen Art-Style besticht. Doch hinter der faszinierenden Optik verbergen sich repetitive Strukturen, eine wenig überzeugende Story und technische Mängel, die das Potenzial des Titels schmälern.

Mit Replaced wagt sich das Entwicklerstudio Sad Owl Studios in die überfüllte Cyberpunk-Nische – und setzt dabei auf einen ungewöhnlichen Stil: eine Mischung aus pixeliger Retro-Ästhetik und moderner 3D-Grafik, die an ein „Was-wäre-wenn“-Szenario der 1970er erinnert. Doch während die Optik und die Atmosphäre des Spiels durchaus beeindrucken, kämpft der Titel mit strukturellen Schwächen, die das Gesamterlebnis trüben.

Schon auf den ersten Blick fällt Replaced durch seinen markanten Art-Style auf. Die Welt ist eine Hommage an die Ästhetik der 1970er, kombiniert mit cyberpunk-typischen Elementen wie Neonlichtern, verfallener Architektur und einer allgegenwärtigen Dystopie. Die Pixel-Art-Elemente, die in die 3D-Umgebung eingebettet sind, verleihen dem Spiel einen einzigartigen Look, der sich deutlich von anderen Vertretern des Genres abhebt. Besonders gelungen sind die Charakterdesigns und die detaillierten Umgebungen, die eine bedrückende, aber faszinierende Atmosphäre schaffen. Hier zeigt sich, dass Sad Owl Studios ein klares visuelles Konzept verfolgt – und dieses konsequent umsetzt.

Doch der erste Eindruck täuscht. Sobald man sich tiefer in die Spielwelt begibt, offenbaren sich die Schwächen von Replaced. Das Kampfsystem ist eines der wenigen Highlights: Es ist flüssig, abwechslungsreich und bietet eine gute Mischung aus Nahkampf, Schusswaffen und improvisierten Waffen. Die Kombination aus schnellen Angriffen und defensiven Manövern wie Ausweichen oder Blocken sorgt für dynamische Gefechte, die Spaß machen und strategisches Denken erfordern. Leider wird dieser positive Aspekt durch andere Gameplay-Elemente konterkariert.

Besonders problematisch sind die Sprung- und Kletterpassagen. Die Steuerung fühlt sich oft unpräzise an, und es ist nicht immer klar, wo man sich festhalten oder abstoßen kann. Dies führt zu frustrierenden Momenten, in denen man ohne erkennbaren Grund abstürzt oder stecken bleibt. Noch ärgerlicher sind die Rücksetzpunkte: Stirbt man, wird man oft weit zurückgeworfen, was den Spielfluss empfindlich stört. Diese Design-Entscheidungen wirken wie Relikte aus einer früheren Ära der Spieleentwicklung und passen nicht zum sonst modernen Ansatz von Replaced.

Ein weiteres Manko ist das Pacing. Replaced ist extrem linear und bietet kaum Abwechslung in der Struktur. Die Levels sind oft repetitiv, und die Aufgaben wiederholen sich in ähnlicher Form. Dies führt schnell zu Langeweile, zumal die Story kaum Spannung aufbaut. Die Handlung um einen Androiden, der in einem fremden Körper erwacht und sich auf die Suche nach seiner Identität begibt, klingt auf dem Papier interessant. Doch die Umsetzung wirkt holprig und wenig inspiriert. Die Dialoge sind oft klischeehaft, und die Charaktere bleiben blass. Es fehlt an emotionaler Tiefe und überraschenden Wendungen, die den Spieler fesseln könnten. Stattdessen wirkt die Erzählung wie ein Pflichtprogramm, das man absolvieren muss, um zum nächsten Kampf oder Rätsel zu gelangen.

Auch der Sound und die Musik tragen nicht unbedingt zur Immersion bei. Während die Soundeffekte funktional sind und ihre Aufgabe erfüllen, wirkt die Musik oft deplatziert. Sie passt nicht immer zur düsteren Atmosphäre des Spiels und wirkt manchmal sogar störend. Besonders in ruhigen Momenten oder während der Erkundung der Welt hätte man sich eine subtilere Untermalung gewünscht.

Trotz dieser Kritikpunkte gibt es Momente, in denen Replaced seine Stärken ausspielt. Die Atmosphäre ist oft dicht und bedrückend, und die Welt lädt zum Verweilen ein – wenn man sich die Zeit nimmt, die Details zu betrachten. Die Kombination aus Retro-Ästhetik und Cyberpunk-Elementen schafft eine einzigartige Stimmung, die man so in keinem anderen Spiel findet. Auch die Kämpfe bleiben bis zum Ende unterhaltsam, auch wenn sie durch die repetitiven Levelstrukturen an Reiz verlieren.

Fazit: Replaced ist ein Spiel mit einem starken visuellen Konzept und einem soliden Kampfsystem, das jedoch unter strukturellen Schwächen leidet. Wer bereit ist, über die technischen Mängel und die schwache Story hinwegzusehen, wird mit einer faszinierenden, wenn auch etwas oberflächlichen Reise in eine dystopische Retro-Zukunft belohnt. Für alle anderen bleibt Replaced ein Titel, der sein Potenzial nicht voll ausschöpft – und damit leider enttäuschend wirkt. Wer auf der Suche nach einem echten Cyberpunk-Erlebnis ist, sollte sich nach Alternativen umsehen.